Guten Morgen liebstes, kleines Café!

qype_logo_deGuten Morgen Selo, guten Morgen Kathi, guten Morgen Käsekuchen mit Karamell und Latte Macchiato, Guten Morgen kleines Café an der Ecke! Fast jeden Tag klappe ich im Freysinn meinen Laptop auf, tippe aus dem Kiez und über den Kiez. Am Vormittag (vor dem großen Andrang am Mittag) kann man hier nämlich hervorragend arbeiten, drahtloses Internet gibt es zum hervorragenden Kaffee natürlich dazu. Über die Hintergrundmusik kann man sich mit dem netten Team immer verständigen. Verführerische Düfte aus der kleinen Küche begleiten meine Arbeit wie alltägliche Gespräche lieb gewonnener Mitarbeiter – ob man das zwischen den Kiezreporterinnenzeilen lesen kann?

Gelegentlich lasse bleibe ich zum Mittagessen sitzen, lasse mich von den Könnern in der Küche verführen. Es gibt viel frischen Salat, gutes Dressing, dessen Rezept mir einfach nicht verraten wird, Gerichte mit viel Geschmack und manchmal mit viel Temperament. Die Speisekarte wird täglich mit Kreide an die Tafel gemalt, jeden Tag gibt es etwas anderes. Manchmal esse ich nur Pizza und habe natürlich immer Glück, weil ich immer vor allen anderen Gästen da bin. Denn die besten Mittagsköstlichkeiten sind immer schnell ausverkauft und Pizza gehört fast immer dazu.

Mit meinem Laptop mache ich mich besonders mittags immer ganz klein, damit die Damen und Herren von der Deutschen Welle und von den umliegenden Büros auch einen Platz bekommen. Mittags könnte das Freysinn drei Mal so groß sein, doch freie Gewerbeflächen im Brunnenviertel sind Mangelware – und der Vermieter des Hauses gerade rüber ist ein wenig starrsinnig. Er hat offenbar andere Pläne und rückt den großen, freien Laden einfach nicht raus. Da kann man nichts machen außer auf die Sonne warten und die Stühle, Tische und Sonnenschirme rausstellen, um so die Sitzflächen zu vervielfachen.

Wenn der Mittagsansturm vorbei ist, so ab vierzehn Uhr, kann ich wieder weiter tippen. Über das Brunnenviertel, über Projekte und Menschen. Um die selbst gebackenen Kuchen nach dem Rezept von Kathis Oma oder Martas Mama komme ich dann selten herum – zu verführerisch. Bis dahin habe ich mindestens den dritten Kaffee intus. Und wenn um achtzehn Uhr die Köche längst nach Hause gegangen sind und Marta die Stühle hochstellt, gehe auch ich zufrieden heim. Gute Nacht und bis Morgen, liebstes, kleines Café an der Ecke!

Der Text wurde am 22. März 2013 auf www.qype.com veröffentlicht.

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